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Seit 1993 ist er auch im Vorstand und begann
1994, damals zusammen mit Friedrich Schmidt, die
„Ahl Schull“, wie das frühere Naturfreundehaus
liebevoll genannt wird, zu betreuen.
Wer früher im alten Naturfreundehaus war, der
traut seinen Augen nicht. Aus der „Bruchbude“
von einst ist eines der allerschönsten
Vereinsheime in Dormagen geworden. Wohl auch
ganz entscheidend durch Johann Kircher. Obwohl
der sein Licht gerne unter den Scheffel stellt.
„Ein bis zwei Stunden pro Tag sind es schon, die
ich hier verbringe, das Haus instand halte, die
Außenanlagen pflege,“ gibt er dann doch zu. Er
hat das Haus renoviert, die neue Lüftungsanlage
verkleidet, Holzdecken eingezogen, Schränke
eingebaut, die Außenfassade erneuert und – eine
nagelneue Garage steht neben dem Haus: „Die
mussten wir einfach haben. Durch den Umbau
hatten wir keine ausreichenden Nebenräume“ sagt
Johann Kircher. So wurden mit einem Freund die
Pläne erstellt, Kircher handelte um den Preis
von jedem Stein, Fenster und Tor. Er zwinkert
mit den Augen: „Das habe ich von meiner Mutter,
die konnte noch besser handeln. Mir macht das
auch Spaß und dem Verein spart es doch
schließlich Geld!“ Mit Freunden wurde die Garage
gemauert, schneeweiß verputzt. Die Deckenbalken
hatte er als Schreiner noch selbst, spendete sie
und zog das Dach ein.
Was er von allen Angeboten im Haus am liebsten
mag? „Den Bingo-Abend! Da kommen immer gegen 40
ältere Menschen ins Haus, tolle Stimmung und
viel Spaß für alle!“ sagt er. Und nebenbei
erfahre ich: die Bingoanlage ist selbstgebaut,
von wem? Na klar, von Johann Kircher. „Den
Kindertrödel mag ich aber ebenso“ ergänzt der
agile Rentner. „Es macht Spaß mit den Kleinen,
ich betreue sie gerne, kaufe auch ein. Und
manchmal, wenn’s zu arg wird, schimpfe ich auch“
sagt er und lacht, „aber das sind Kinder, die
müssen toben und frei spielen können!“
Was macht Johann Kircher, wenn er mal nicht in
der „Ahl Schull“ ist? „Meine Trix-Express-Bahn
ist noch immer mein Hobby.“ Beim Fußball wird er
dann nostalgisch, er war früher FC-Fan. „Aber
die Kölner Mannschaft ist nicht mehr das, was
sie mal war“, sagt er traurig. Und seit sein
Sohn nicht mehr beim RS Horrem spielt, hat er
auch seine dortigen Termine eingestellt. Trotz
allem: Freie Zeit bleibt kaum, denn neben der „Ahl
Schull“ muss er ja noch beim Maifest helfen, am
Ehrenmal sein, die Straßen schmücken....“ Zeit
für nichts – aber fürs Ehrenamt. Und seine Frau?
„Na ja, die sagt schon manchmal, dass ich mehr
im Vereinshaus als zuhause bin,“ und er lacht
wieder, „aber sie unterstützt mich natürlich
coll und ganz!“
Johann Kircher, sollte er in vier Jahren mit 74
Jahren nicht mehr für den Vorstand kandidieren,
das wäre wohl ein schlimmer Schlag für den
Rheinfelder Heimatverein.
Mein Tipp:
Liebe Rheinfelder: hegen, pflegen, anerkennen –
so einem bekommt ihr nicht wieder!
Euer
Heinz Pankalla |