Dormagen Aktiv

 

Ein Projekt der FreiwilligenAgentur Dormagen und des Büros für Bürgerschaftliches Engagement 

 

 

Vorgestellt  Ehrenamtler/in

Heimatverein Rheinfeld

Johann Kircher

Johann Kircher ist ein waschechter Rheinfelder. Dass er 70 Jahre alt wird, merkt man dem Energiebündel nicht an. Bei Hüsgen hat er Bau- und Möbelschreiner gelernt, war dann in der Dormagener Schreinerei Langenberg, eher er als Zimmermann im Baubereich arbeitete. Seit 10 Jahren ist er Rentner – aber nicht ohne Arbeit!

Johann Kircher war bereits bei der Gründung des Heimatvereins Rheinfeld 1982 dabei. Kircher: „Bei den Schützen bin ich nie Mitglied geworden, zu viele schlechte Erinnerungen an Krieg und Uniformen haben mich wohl davon abgehalten. Aber hier in Rheinfeld war ich sofort dabei.“

Seit 1993 ist er auch im Vorstand und begann 1994, damals zusammen mit Friedrich Schmidt, die „Ahl Schull“, wie das frühere Naturfreundehaus liebevoll genannt wird, zu betreuen.

 

Wer früher im alten Naturfreundehaus war, der traut seinen Augen nicht. Aus der „Bruchbude“ von einst ist eines der allerschönsten Vereinsheime in Dormagen geworden. Wohl auch ganz entscheidend durch Johann Kircher. Obwohl der sein Licht gerne unter den Scheffel stellt. „Ein bis zwei Stunden pro Tag sind es schon, die ich hier verbringe, das Haus instand halte, die Außenanlagen pflege,“ gibt er dann doch zu. Er hat das Haus renoviert, die neue Lüftungsanlage verkleidet, Holzdecken eingezogen, Schränke eingebaut, die Außenfassade erneuert und – eine nagelneue Garage steht neben dem Haus: „Die mussten wir einfach haben. Durch den Umbau hatten wir keine ausreichenden Nebenräume“ sagt Johann Kircher. So wurden mit einem Freund die Pläne erstellt, Kircher handelte um den Preis von jedem Stein, Fenster und Tor. Er zwinkert mit den Augen: „Das habe ich von meiner Mutter, die konnte noch besser handeln. Mir macht das auch Spaß und dem Verein spart es doch schließlich Geld!“ Mit Freunden wurde die Garage gemauert, schneeweiß verputzt. Die Deckenbalken hatte er als Schreiner noch selbst, spendete sie und zog das Dach ein.

 

Was er von allen Angeboten im Haus am liebsten mag? „Den Bingo-Abend! Da kommen immer gegen 40 ältere Menschen ins Haus, tolle Stimmung und viel Spaß für alle!“ sagt er. Und nebenbei erfahre ich: die Bingoanlage ist selbstgebaut, von wem? Na klar, von Johann Kircher. „Den Kindertrödel mag ich aber ebenso“ ergänzt der agile Rentner. „Es macht Spaß mit den Kleinen, ich betreue sie gerne, kaufe auch ein. Und manchmal, wenn’s zu arg wird, schimpfe ich auch“ sagt er und lacht, „aber das sind Kinder, die müssen toben und frei spielen können!“

 

Was macht Johann Kircher, wenn er mal nicht in der „Ahl Schull“ ist? „Meine Trix-Express-Bahn ist noch immer mein Hobby.“ Beim Fußball wird er dann nostalgisch, er war früher FC-Fan. „Aber die Kölner Mannschaft ist nicht mehr das, was sie mal war“, sagt er traurig. Und seit sein Sohn nicht mehr beim RS Horrem spielt, hat er auch seine dortigen Termine eingestellt. Trotz allem: Freie Zeit bleibt kaum, denn neben der „Ahl Schull“ muss er ja noch beim Maifest helfen, am Ehrenmal sein, die Straßen schmücken....“ Zeit für nichts – aber fürs Ehrenamt. Und seine Frau? „Na ja, die sagt schon manchmal, dass ich mehr im Vereinshaus als zuhause bin,“ und er lacht wieder, „aber sie unterstützt mich natürlich coll und ganz!“

 

Johann Kircher, sollte er in vier Jahren mit 74 Jahren nicht mehr für den Vorstand kandidieren, das wäre wohl ein schlimmer Schlag für den Rheinfelder Heimatverein.

 

Mein Tipp:

Liebe Rheinfelder: hegen, pflegen, anerkennen – so einem bekommt ihr nicht wieder!

 

Euer

Heinz Pankalla

 

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