Dormagen Aktiv

 

Ein Projekt der FreiwilligenAgentur Dormagen und des Büros für Bürgerschaftliches Engagement 

 

 

Vorgestellt  Ehrenamtler/in

Freie Selbsthilfegruppe

Ernst Hilbricht

Am 24. August 2011 verstarb Ernst Hilbricht. Er war der erste Träger der Ehrenamtsnadel der Stadt Dormagen. Fast 30 Jahre lang prägte Ernst Hilbricht die Arbeit der Freien Selbsthilfegruppe und der Arbeitsgemeinschaft der Selbsthilfegruppen in Dormagen. Mit ihm verlieren wir einen der aktivsten und mit Sicherheit auch der beliebtesten Ehrenamtler in unserer Stadt. Er war nicht nur wegen seines selbstlosen Engagements, sondern auch wegen seiner herausragenden Persönlichkeit in Dormagen hoch angesehen.

 

Zur Erinnerung an Ernst Hilbricht erhalten wir unseren Vorstellungstext aus dem Jahre 2007 an dieser Stelle zum Nachlesen.

 

Ernst Hilbricht arbeitet seit 1982 ehrenamtlich in der Selbsthilfe. Nach 10 Jahren gründete er gemeinsam mit Klaus Popp die „FSG Horrem“, die Freie Selbsthilfegruppe Horrem für Alkohol- und Medikamentenhilfe e.V. und ist heute deren Geschäftsführer. Ernst Hilbricht ist eine beeindruckende Persönlichkeit, einer der wenigen Menschen, auf die die Bezeichnung eines charismatischen Führers wirklich zutrifft. Um es einfacher zu formulieren: Von ihm würde jeder nach 10 Minuten auch zwei Staubsauger kaufen.

 

Der geborene Mecklenburger kam 1974 nach Dormagen. Er ist ein Familienmensch, hat derweil drei Kinder und fünf Enkel. Trotzdem hat er seine gesamte Freizeit der ehrenamtlichen Tätigkeit in der Selbsthilfe gewidmet. Hilbricht: „Dies ist nur gemeinsam mit meiner Frau möglich und die Einbeziehung der Familie ist dabei auch wichtig und gibt mir die Kraft, mit schwierigen Situationen umzugehen.“

 

Die Geschäftsführung einer Selbsthilfegruppe ist nicht einfach und Ernst Hilbricht hat klare Regeln: „Ein Wort muss immer gehalten werden. Was man sagt, muss man auch leben. Man muss echt sein, authentisch.“ Dass er authentisch ist, glaubt ihm mit seiner direkten und ehrlichen Art jeder. Er selbst sieht bei seinem Ehrenamt mehr die positive Seite und weniger die Belastung: „Vertrauen kann natürlich auch eine Last sein. Aber ich gehe vorsichtig auf die Menschen zu und warte ab, wie sich die Sachen entwickeln. Das schönste Erlebnis ist es, wenn die Menschen wieder gesund werden und ich die leuchtenden Augen bei ihnen und ihren Familien sehe.“

 

Ernst Hilbricht hat noch eine ganz strikte Regel. Über alle persönlichen Angelegenheiten in der FSG herrscht strengste Schweigepflicht. Wer dagegen verstößt, ist aus der Gruppe heraus. Doch dies kommt selten genug vor. Der Ansatz mit Angehörigen und Familien zu arbeiten, hat sich bewährt. Er spricht ungern über seine Erfolge, doch diese liegen bei rund 85 Prozent. Eine unglaublich gute Quote bei Suchterkrankungen. „Nur wer sich selbst anerkennt,“ so ist Hilbrichts Motto, „kann den Weg schaffen. Unsere Gruppe hilft dabei!“

 

Ernst Hilbricht möchte in zwei bis drei Jahren den Staffelstab weitergeben und sucht einen Nachfolger. Sein Arbeitsstil ist offen und teambezogen, er baut um sich herum andere Menschen auf. Und so kann er hoffen, einen kompetenten Nachfolger zu finden. Doch wirklich vorstellen, dass er aufhört, kann sich keiner.

 

>Design N.Hopp<