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Volkmar Hess
Kultur erlebt schwere Zeiten. In
Dormagen ist das nicht anders,
als überall in Deutschland –
sollte man denken. Anfang 2010
machten sich zwei Privatpersonen
daran, dies grundsätzlich zu
ändern. Der Eine, Helmut Dietsch,
kaufte kurzerhand die
freiwerdende Baptistenkirche auf
der Bahnhofstraße, brachte seine
Sammlung von über 4.000
Radiogeräten, Fernsehern und
Tonmaschinen ein, der Andere
steuerte eine der grandiosesten
Sammlungen von mehr als 400
antiken Grammophonen und 30.000
Schellackplatten bei.
Dieser Andere ist Volkmar Hess.
Seither fährt er wöchentlich
mehrfach von Dülken im Kreis
Viersen nach Dormagen. Über 40
Museumsveranstaltungen, alle
ohne Eintritt, hat er in einem
Jahr bereits erfolgreich
durchgeführt: Dabei steht nicht
nur die Musik von den zwanziger
bis zu den achtziger Jahren im
Mittelpunkt. Volkmar Hess
organisiert Lifemusik, Lesungen,
Tanzgruppen und Oltimertreffen.
„Ein Museum braucht ein
stimmiges Konzept. Mode, Tanzen
im Museum zur Musik der
fünfziger Jahre, mit der
Boogie-Woogie Dance Company, den
Tiger Feets und den Boogie
Friends NRW werden in Dormagen
sehr gut angenommen. Und wer die
Gruppen noch nicht im Museum
oder beim Fest der Generationen
gesehen hat, der hat auf dem
diesjährigen Michaelismarkt dazu
die Gelegenheit.“
Volkmar Hess ist inzwischen in
Dormagen mit seinem
unvermeidlichen Strohhut selbst
zur Kultfigur geworden. Er
taucht beim Edekamarkt in
Stürzelberg auf, macht Musik in
der Rathaus Galerie, tanzt mit
den Senioren vom Alloheim und
zeigt den Kiddies, wie die
Vorläufer des mp3 Players
aussahen.
Der
stellvertretende Vorsitzende des
Fördervereins des Phono +
Radio-Museums bringt Kultur und
Unterhaltung in bester Weise
zusammen. Es ist sein
Herzensanliegen, nicht nur die
Technikgeschichte aus 100 Jahren
Musik und Gerätebau zu
vermitteln, sondern dabei auch
für Kommunikation und gute Laune
zu sorgen. 3.000 Besucher hat er
damit im ersten Jahr ins Museum
gelockt. Zudem veranstaltet er
in Kürze zum zweiten Mal eine
bundesweite Grammophonmesse im
Bürgerhaus Horrem, unterstützt
das Haus für Horrem dabei und
holt die 600 Mitglieder des von
ihm gegründeten Club der
Grammofoniker in unsere Stadt.
Sein
größter Wunsch für die Zukunft:
„Wir brauchen im Museum noch
mehr ehrenamtliche Mitarbeiter,
um die Öffnungszeiten zu
erweitern. Wer Interesse hat
kann sich unter
www.grammofon.de informieren
oder sich sonntags direkt im
Museum bei mir melden.“
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