|
Gisela Dornbusch
Es
begann vor 20 Jahren. Damals
rückte das Problem der
Asylsuchenden erstmals in den
Mittelpunkt des öffentlichen
Interesses. In Dormagen gründete
sich der ökumenische
Arbeitskreis Asyl. Hier kümmerte
man sich intensiv um die
menschlichen Probleme. Man
begleitete Asylbewerber zu den
Ämtern, organisierte Arztbesuche
und half bei der Integration.
Gisela Dornbusch war von Anfang
an dabei. Im Laufe der Jahre
kümmerte sie sich immer
intensiver um die Integration
von Asylbewerbern und gründete
2002 eine „multikulturelle
Mädchengruppe“. Sie hatte
nämlich festgestellt, dass es
besonders ausländische Mädchen
schwer haben, außerhalb ihrer
Familien Kontakte zu
Gleichaltrigen aufzubauen. Seit
neun Jahren arbeitet sie nun
intensiv mit Mädchen aus
Asylantenfamilien. „Zur Zeit
sind es hauptsächlich Tamilen,
Mädchen aus Eritrea, Mazedonien,
Sri Lanka und Indien“, sagt
Gisela Dornbusch. „Aber die
Gruppe verändert sich ständig.
Wir hatten auch Mädchen aus
Afghanistan und verschiedenen
anderen Nationen.“ Zentral ist
für sie die Hilfe bei der
schulischen Karriere der
Mädchen. Regelmäßig betreut sie
acht bis zehn bei den
Hausaufgaben. „Drei afghanische
und ein türkisches Mädchen haben
inzwischen am Leibniz-Gymnasium
ihr Abitur gemacht, darauf bin
ich besonders stolz“, freut sie
sich.
Stadtbekannt ist Gisela
Dornbusch durch ihre Tanzgruppe,
die Tamile Little Stars. Aus der
Idee, die Traditionen der
Heimatländer zu pflegen, erwuchs
eine Mädchentanzgruppe, die
heute auf vielen Dormagener
Bühnen zu hause ist: Beim
Integrationsfest, bei
Frühlingsfesten, dem Horremer
Markt, auf der Kölner Straße bei
den WSD-Veranstaltungen und beim
Fest der Generationen. Gisela
Dornbuschs Arbeit ist ein
Musterbeispiel für praktische,
gelungene Integrationsarbeit:
Pflege der heimatlichen
Traditionen, Erlernen der
deutschen Sprache, erfolgreiche
Schulabschlüsse und private
Freundschaften über nationale
Grenzen hinweg.
Ein
Problem, welches von außen kaum
bemerkt wird, treibt sie
besonders um: „Ich arbeite
intensiv daran, nicht nur das
Verhältnis zwischen Migranten
und Deutschen zu verbessern,
sondern auch das Verhältnis
zwischen den verschiedenen
Migrantengruppen.“ Mädchen aus
Äthiopien und Eritrea, türkische
und kurdische Mädchen verstehen
sich zunächst oft gar nicht.
Gisela Dornbusch macht ihnen
klar, dass in Deutschland neue
Denkweisen gelernt werden
müssen. „Hier sind sie alle
Migranten und althergebrachte
Feindschaften können nicht
weiter bestehen.“
Einen großen Wunsch hat sie für
die Zukunft: „Ich werde älter
und möchte eine Nachfolgerin
haben, die sich um meine Mädchen
sorgt!“
|